Lese-Buch

16.10 Letzter Tag…

Durch den zweistündigen Vorsprung von gestern könnten wir es heute schaffen, natürlich nur wenn das Wetter mitspielt!
Wieder geht´s auf den Offenberg! Da diese Lage aus mehreren Terrassen besteht, welche unterschiedlich alt sind, ist auch die Lese unterschiedlich schwierig. Beim jüngeren Teil sind die Weintrauben mehr in Bodennähe und die Laubwände etwas höher. In der Regel optimal.

Die älteren Weinstöcke mit etwas weniger Laubwuchs, leicht verrieselt bringen Trauben mit Lockerbeerigkeit, dadurch haben diese auch kaum Botrytis. Beide werden unterschiedlich gepresst und vinifiziert, aber nach der Gärung wieder vereint.

Geschafft, in der Kellerei wird für heute nur mehr das Notwendigste gemacht. Die Leser reinigen noch ihre Gerätschaften. Um 19.00 Uhr treffen wir uns alle in meiner Jagdstube um gemeinsam den Ernteschluss zu feiern. Bei einem guten Gans´l  und Staubigen 2014er werden alle Mühen der Lese 2014 vergessen und es wird ausgiebig gefeiert!!

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15.10

Heute Morgen, trocken und sonnig, beginnen wir mit der Ersten Lage Gaisberg. Diese Trauben sind durch das zweimalige durchlesen gesund und kaum von Botrytis befallen. Durch den sehr geringen Behang geht die Lese dort rasch voran und wir sind schon am späten Nachmittag fertig!

Um 16.00 Uhr beginnen wir noch mit der Ersten  Lage Offenberg, so dass wir morgen auch sicherlich mit dieser fertig werden. Der Offenberg liegt von der Seehöhe etwas tiefer, vom Terroir haben wir hier Löss anstatt mineralischen Fels, dadurch mehr Nebeltage, mehr Wasserspeicher und wiederum mehr Botrytis.

Beide Grüne Veltliner, Offenberg und Gaisberg, entsprechen der Gradation. Gaisberg kommt in die geschlossene Presse zum 3 -stündigen fermentieren, der Offenberg wird abgequetscht und sofort gepresst.

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14.10

Heuer wird es erstmals eine neue Grüner Veltliner Lage geben. Die „Hölle“ ist eine Lage die vor zwei Jahren erworben worden ist. Mit ihren ca. 40 jährigen Rebstöcken ist sie sehr hochwertig.

Hans Peter und Maximilian haben sich heuer enorm um diesen Weinberg angenommen und wollen auch bei der Verifikation das Zepter schwingen um es zu einem weiteren Junior Projekt zu machen.

Das die Lage Hölle sehr beliebt ist, sehen wir auch an den nicht gewollten Lesehelfern, den Staren. Die Vögel suchen jetzt nach Beeren! Auch in dieser Lage muss wieder streng selektioniert werden, die weitere Vorgangsweise liegt nicht mehr in meinem Ermäßen. Lassen wir uns von der Hölle überraschen.

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13.10

Nach einwöchiger Pause geht es heute wieder los. Das Warten hat nicht ganz den gewünschten Erfolg gebracht. Durch die überdurchschnittlichen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit schreitet die Botrytis an den Trauben der ausgelesen Weingärten in den Rieden Offenberg, Wechselberg, Hölle und Gaisberg rasch voran.

Laut Wettervorhersage soll es bis zum Wochenende stabil sein aber ab Freitag kommt Regen. Ich habe mich entschieden so rasch wie möglich die Weinlese zu beenden, mit Glück könnten wir es diese Woche schaffen.

Heute sind wir mit großer Mannschaft in der Riede Wechselberg. Botrytis Trauben und gesunde Trauben werden streng getrennt, so dass nur die Primärfrucht bleibt. Die Wechselberg-Trauben werden ohne Maischestandzeit sofort gepresst. Mit den Qualitäten sind wir durchauszufrieden, leider sind die Mengen durch das enorme auslesen eher bescheiden.

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06.10 -11.10

Wir wollen die sonnigen Herbsttage für unsere Grüne Veltliner Lese in den Lagen Wechselberg, Gaisberg und Offenberg nutzen. Das Laub ist gesund, das Wetter ist sonnig, kühl und trocken, die Weingärten sind zweimal ausgelesen, optimal für eine tolle Reife unserer Lagenweine.

Im Keller herrscht Hochbetrieb, der Riesling Strassertal ist nun fertig mit der Gärung und wird zugefüllt. Nun bleibt er noch einige Tage auf der Vollhefe liegen. Jeden Tag werden all unsere Gärtanks kontrolliert um den Verlauf der Gärung zu verfolgen.

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Maximilian und Jazek bringen selbst kompostierten Kompost aus Trester vom Vorjahr und Rindermist in die schon gelesenen Weingärten.

Die fertigen Weine für unser Sektprojekt, Grüner Veltliner, Pinot Noir weißgepresst und Weißburgunder kommen in einen Wärmetank und der biologische Säureabbau wird eingeleitet.

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04.10

Die Weinlese kennt kaum Wochenenden.Bei trockenem Wetter geht es wieder in die Riede Hasel, denn trotz Bemühungen gestern haben wir es nicht fertig geschafft.

Es ist 10:00 Uhr und der Hasel ist fertig, den Rest des Tages widmen wir wieder dem Grünen Veltliner Strassertal. Heute haben wir gute Chancen damit fertig zu werden.
17.00_ geschafft! Die letzten Trauben für den GV Strassertal kommen um 17.15 Uhr in den Keller.

Für mich ist heute schon etwas früher Schluss, mein Freund Karl Pammer feiert seinen 50zigsten Geburtstag. Mich wird im Keller und im Weingut heute Abend unser Jungwinzer Maximilian vertreten. Er ist enorm motiviert, fleißig und harmoniert perfekt mit Stefan uns Staszek.

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03.10

Bei schönem, trockenen Wetter geht es schon morgens in die Riede Hasel. Wir beginnen mit der Ernte des Sauvignon blanc. Die Weintrauben mit einem Botrytisanteil von ca. 10 % – 15% werden nicht ausgelesen, da unser Sauvignon in neuen kleinen Holzfässern vergärt und er dafür seine angemessene Fülle und Kraft braucht. Da wir wieder mit großer Mannschaft im Einsatz sind können wir schon um 14.00 Uhr mit der Weißburgunder Lese in der Ried Hasel beginnen.

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Für die Burgunder Trauben ist es ebenfalls höchste Zeit, denn noch ist der Großteil der Beeren gesund und das Mostgewicht von 20 Grad entspricht exakt meinen Vorstellungen. Der Weißburgunder wird in den Pressen auf der Maische für 3 Stunden fermentiert und anschließend abgepresst.
Dieser kommt zu 50% in fast neue 2500lt Fässer. Die anderen 50% kommen in Stahltanks.

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02.10

Die Sonne scheint und es wird noch ein halber Tag pausiert, so dass die Trauben und Blätter trocknen können. Mittags geht es wieder los, Grüner Veltliner Strassertal wird weitergelesen und alles was Hände hat kommt mit raus in die Weinberge. Für die Veltliner Trauben die nun gelesen werden, ist es höchste Zeit, diese würden keinen Regen mehr vertragen.
Wie schon gewohnt wird streng selektiv gelesen, nur so kann die gewünschte Fruchtigkeit in unseren Strassertal gewährleitet werden.

Die Trauben kommen mit ca. 16 Grad KMW in den Keller und werden sofort ohne Maischestandzeit gepresst.

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01.10

Regenpause! Zum Leidwesen von uns Winzern hat es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch 30 lt/m2 geregnet.
Ein Teil des Teams ist mit einem Generalputz im Weingut beschäftigt. Vier Männer mit zwei Kreissägen schneiden Holz und die Kellermannschaft putzt alle Gerätschafen. Die Erstvergorenen (Blickenweg und Weißer) werden umgezogen.

Die Stimmung ist nicht gerade am Höhepunkt, der Regen wirft uns in unserer Leseplanung wieder zurück. Man kann nur hoffen, dass es beim heutigen Tag bleibt!

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30.09

Großeinsatz in den Rieden Blickenweg und Hasel. Grüner Veltliner Strassertal wird gelesen. Morgen Mittwoch soll es Regen geben, deshalb wird mit verkürzter Mittagspause bis zur Dämmerung gelesen. Jeder muss mit raus, Oma, Daniela und Viktoria werden unser Lese Team tatkräftig unterstützen.

Die Laubarbeit hat sich bezahlt gemacht, denn die Trauben hängen frei und sind gesund. Sie kommen zwischen 16 und 17,5 Grad in den Keller. Dort werden sie schonend gepresst und in Stahltanks zur Gärung gelegt.

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29.09

Die Riesling Lese konnte heute Vormittag abgeschlossen werden. Von den Qualitäten sind wir überaus begeistert! Die Beerenauslese, die komplexen Ersten Lagen und unser Strassertal haben eine enorme Qualität. Mit einem leicht traurigen Auge blicke ich auf die Mengen, diese sind durch das sehr selektive Lesen unter dem erwarteten Durchschnitt.

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Am Nachmittag geht es noch in die Grünen Veltliner Weingärten am Wechselberg. Ich habe mich entschieden, diesen noch einmal durchzulesen und die Trauben mit Botrytis auszuschneiden. Die Blätter werden behutsam entfernt, damit die Trauben wieder rasch trocken, falls es zu regnen beginnt.

Für mich ist es ein Phänomen, das unsere Rieslinge heuer früher reif waren als unsere Grünen Veltliner Trauben.

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28.09 Kellerarbeiten

Unser Weingarten Team hat heute eine Pause eingelegt und kann den wunderschönen Herbsttag genießen. Im Keller geht es nicht so ruhig zu, denn die ersten Weine sind in der abklingenden Gärung. Diese werden zugefüllt, so dass die Tanks voll sind und kein Sauerstoff zum Jungwein gelangt.

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Maximilian, Johannes, Jarek und Staszek pressen mit einer kleinen pneumatischen Presse unsere Beerenauslesen. Eine sehr mühsame Arbeit! Tropfenweise kommt der enorm süße Traubensaft aus der kleinen Presse. Der Zweigelt Strassertal ist auch schon in der abklingenden Gärung und wird in den nächsten Tagen gepresst.

Ich fahre mit meinem Weimaraner Chris in die Weingärten und werde wieder vorsichtig die kommende Woche planen 🙂

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27.09 Wechselberg Spiegel

Der Wettergott hat es gestern gut mit uns gemeint, wir hoffen dass wir heute ebenfalls so viel Glück haben. Mit großer Mannschaft wird heute zur zweiten großen Riesling-Lage gestartet. Wechselberg Spiegel. Die Pessimisten unter den Lesern (Opa) meinen, dass wir mit diesem Weingarten heute nicht fertig werden, denn durch die strenge Selektion braucht man dreimal so viel Zeit.

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Die Optimisten, wie Maximilian, meinen, wenn wir unsere Mittagspause ausnahmsweise auf nur 30 min verkürzen und bis 18.30 lesen, könnte es klappen. Mittags kommt noch das Kellerteam zur Verstärkung. Wie schon gestern, führt Maximilian das strenge Zepter bei der „Ersten Lage Riesling-Lese“  im Weingarten und achtet sehr konsequent das richtig sortiert wird. Wieder hat sich die Mühe gelohnt, wie schon gestern werden wir neben unseren Wechselberg Spiegel auch eine Beerenauslese vinifizieren.

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26.09 Heiligenstein

Für heute ist Regen angesagt, wir starten mit beiden Lesemannschaften zum Heiligenstein. Das ist auch für mich eine Premiere, dass der Heiligenstein schon im September gelesen wird. Der Botrytis Anteil dort ist sehr hoch. Nun besteht bei diesem „warm-feuchten“ Wetter die Gefahr, dass sich diese Edelfäule weiter ausdehnt. Da alle Trauben davon befallen sind gibt es kein Auslesen sondern der ganze Berg wird gelesen. Jeder unserer Leser hat zwei Eimer, welche die gesunden Beeren von den gefaulten trennen soll.

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Die Mühe hat sich gelohnt, denn heuer bekommen wir zwei große Heiligenstein Weine. Einen komplexen mineralischen mit 20 Grad KMW und eine Beerenauslese. Die Botrytis Beeren haben ca. 25 Grad. Genau kann man das erst nach der Hand-Pressung der Edelfaulen Trauben messen.

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25.09 Riesling Wechselberg und Chardonnay

Heute haben wir mit einem Team unseren Chardonnay Hasel gelesen, das andere Team war mit dem Riesling Wechselberg beschäftigt. Aus der Riede Hasel wird es wieder eine Überraschung geben! Nach strenger Selektion der Beeren wird unser Chardonnay wie gehabt mit 20 Grad KMW vinifiziert. Heuer produzieren wir erstmals einen „Chardonnay Non Plus Ultra“. Beide Moste vergären in neuen 600 lt Fässern.

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Beim Riesling Wechselberg sind wir perfekt in der Zeit. Der Botrytis Anteil ist hier ist sehr gering, trotzdem wird hier sehr sauber ausgelesen, so dass die klare Steinobstfrucht zur Geltung kommt. Am späten Nachmittag kommt das „Haselteam“ auch auf den Wechselberg damit wir heute noch fertig werden. 18.15 Uhr -geschafft!!
Die Trauben werden leicht angequetscht und kommen in die geschlossene Weinpresse zur 3-stündigen Fermentation.

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22.09 – 24.09

Es ist schon verrückt, jeder Tag wird neu geplant und die Entscheidungen der Vorwoche wieder umgestoßen. Heute beginnen wir mit der Lese vom Riesling Strassertal, die Weingärten Reith und Stangl werden in den nächsten Tagen zur Gänze gelesen. Beim Riesling macht sich die Botrytis bemerkbar. Ich möchte beim Strassertal die klare Frucht haben darum fiel die Entscheidung sofort zu lesen.

Die Trauben werden schon im Weingarten selektiert, sodass wir nur die gesunden Trauben in die Pressen bringen. Dort wird die Maische dann für einige Stunden fermentiert.

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15.09 – 20.09

Der Wettergott meint es gut mit uns. Die neue Woche startet mit Sonnenschein. Die Lesemannschaft wurde verstärkt, sodass nun mit zwei großen Teams gelesen wird. In den kleineren Weingärten je ein Team, in den größeren Weingärten beide Teams.
Die Lese geht sehr langsam voran, es muss streng und selektiv ausgelesen werden. Eine Arbeit die sehr langwierig ist.

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Durch den vielen Regen sind einige der Rotweinbeeren geplatzt und beginnen mit der Fäulnis. Botrytis ist ein Tabu für unseren Weissen und den Zweigelt Strassertal. Die Trauben für den Weißen kommen in kleinen Kisten ins Weingut, diese werden sofort schonend gepresst sodass die typisch weiße Farbe bleibt.
Die Trauben für den Zweigelt Strassertal kommen in die Rotweingärtanks, diese haben eine Gradation von 16,5 Grad KMW.

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Durch die große Lesemannschaft sind wir Mittwochnachmittag mit dem Zweigelt fertig. Der größte Risikofaktor der bisherigen Lese wurde erfolgreich abgeschlossen.
Nun widmet sich unser Team dem Entblättern der Riesling und Chardonnay Weinreben. Das ist ein sehr wichtiger Schritt, damit Luft durch die Reben kommt und die Botrytis auf den Trauben eintrocknen lässt. Außerdem ist es auch ein Schutz falls der Regen wieder kommt, denn so bildet sich kein Feuchtigkeitsstau in der Traubenzone.

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Freitag starten wir mit der Lese des Gelben Muskateller. Unser Muskateller wird heuer nicht vinifiziert, denn ich habe mich entschlossen einen Traubensaft zu machen. Ich sehe mich nicht als Fruchtsaftmacher, wollte aber schon immer einen spannenden, sehr hochwertigen, anspruchsvollen, naturtrüben, sorten- und lagenreinen Traubensaft haben. Es muss nicht jedes Jahr ein Muskateller sein, aber er sollte jedes Jahr sorten- und lagenrein sein. Diese Rarität wird es schon bald bei uns am Weingut geben!

Samstag wird bei sehr spätsommerlichen Temperaturen wieder Laub entfernt.

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11. + 12.09

Donnerstag und Freitag
Die Lese vom Weißen Zweigelt wird wegen Regen bis auf weiteres unterbrochen.

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08.09 -10.09

Am Montag den 08.09. haben wir mit der Weinlese begonnen.
Ein gut gelauntes Team ist angetreten um den Grünen Veltliner aus den Lagen Gaisberg, Offenberg, Wechselberg, Stangl und Hasel sorgfältig auszulesen.

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Heuer haben wir eine enorme Verstärkung von zwei Jungönologen bekommen.

Hans Peter, der in den Ferien seines Studiums zwischen unserem Weingut und dem von Egon Müller an der Mosel/Saar pendelt. Er wird den September in Strass verbringen und in dieser Zeit für den Keller mitverantwortlich sein.

Maximilian wird seine restlichen Schulferien bis 01. November am Weingut verbringen. Er ist für die Weingärten mitverantwortlich.

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Nach einem verregneten August hoffen wir nun auf einen trockenen Herbst. Das Wetter könnte nicht schöner sein als beim Lesestart. Spätsommerliche Temperaturen, kein Regen und vor allem Verschonung von den nicht so erfreulichen Wettervorhersagen.

Die vorgelesen Grünen Veltliner Trauben kommen mit einer Gradation zwischen 15 und 16 Grad KMW in das Presshaus. Diese sind perfekt geeignet für unser neues „generationsübergreifendes Sekt-Projekt“.

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Mit einem speziellen Crémant Programm wird eine Ganztraubenpressung durchgeführt.

Dieses Programm sieht vor, die Trauben schonend zu pressen ohne dass sich die Pressen drehen. Damit sollen keine zusätzlichen Gerbstoffe gelöst werden, die die klare Frucht unseres zukünftigen Sektes stören könnten.

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