Lese-Buch (Oktober 2012)

24. Oktober 2012

Die Gedanken unserer Leser befinden sich bei dem heutigen Leseende. Es wird zeitlich nicht leicht werden aber wir können es schaffen. Noch eine Stunde am Wechselberg Spiegel. Die Freude von Staschek und Stefan hält sich in Grenzen, sie müssen wiederum zwei separat Chargen pressen und dass bei den heutigen kleinen Mengen vom Wechselberg Spiegel. Um 08:15 Uhr sind wir am Heiligenstein, nachdem die Trauben vom Wechselberg Spiegel in der Presse sind, sind auch Staschek und Stefan wieder zur Lesemannschaft gestoßen um zu helfen. Ein Pracht Wetter, kühl, windstill und trocken. Eine Stille herrscht im Weingarten, und jeder hat nur einen Gedanken. So schön die Weinlese auch sein mag, so nett das Team, aber nach 8 Wochen Lese freut man sich auch auf ein Ende. Es könnte heute klappen! Das Laub am Heiligenstein ist schon gelb verfärbt und beginnt schon abzufallen, die Trauben haben kaum Botrytis. Die Lese geht in dieser Ersten Lage viel schneller voran wie am Wechselberg Spiegel. Um 17:00 Uhr ist es geschafft! Es ist schon immer Tradition, dass wir unsere Traktoren mit Hagebuttentriebe, Weinlaub und Schleedornzweigen schmücken, mit denen die letzten Trauben für heuer auf dem Hof kommen. Die Rieslingtrauben vom Heiligenstein haben knapp 20° KMW mit ca. 5% Botrytis. Ebenfalls werden die Trauben zum Fermentieren auf der Maische stehen gelassen. Nach der Fermentation schalten wir für heute noch die Pressen ein, die tägliche Pressenreinigung wird auf morgen verschoben, sodass das Kellerteam mit der gesamten Mannschaft beim Abendessen mit einem Staubigen vom Sauvignon blanc Strassertal anstoßen kann. Der Lesehahn, die Leseabschlussfeier, ist am 30.10.2012 mit staubigem Wein und Ganseln.

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23. Oktober 2012

Königsklasse, wieder pünktlich um 07:00 Uhr wird auf den Wechselberg Spiegel ausgefahren – Rieslinglese Erste Lage. Bei den Trauben ist es schon höchste Zeit, dass diese gelesen werden, da ein Botrytisbefall von ca 15-20% herrscht. Die Stiele der Trauben werden schon leicht mürbe, wie immer bei hochreifen Rieslingen. Eine sehr zeitintensive und behutsame Lese steht uns heute bevor, wir wollen die Botrytistrauben separat ernten. Das heißt, jede Traube wird kontrolliert und die Beeren werden nach Botrytis und den anderen Trauben getrennt. Natürlich ist Vorsicht geboten, da die Trauben durch die mürben Stiele sehr leicht abfallen – jede Beere ist kostbar. Die Befürchtung heute nicht mit dem Wechselberg Spiegel fertig zu werden hat sich bewahrheitet. Eine Stunde bleibt noch für morgen früh. Eine Freude ist schon der Anblick der Trauben, die sortierten Trauben haben 20° KMW, die Botrytistrauben 23° KMW. Beide Chargen kommen für ca . 4 Stunden  zum Fermentieren in separate Pressen und werden dann schonend gepresst.

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22. Oktober 2012

Nun geht es in die Zielgerade!

Die Wetteraussicht für das kommende Wochenende sagt einen vorzeitigen Wintereinbruch voraus. Schneefall bis in die Niederungen, Temperatursturz bis minus 2 Grad Celsius. Mit verstärkter Mannschaft, Kellerteam, Opa, Oma, selbst Freunde und Bekannte werden eingeladen zu helfen, geht es in den Weingarten hinaus. Es zählt jede Hand. Bei trockenem Wetter wird schon um 07:00 Uhr, noch in der Dunkelheit, auf den Gaisberg aufgebrochen. Das Ziel ist es, noch am Vormittag mit den Grünen  Veltliner Trauben der Ersten Lage Gaisberg fertig zu werden. Hochreife Trauben, noch immer ohne jeglicher Botrytis, mit einer Gradation von 20,5° KMW kommen in den Keller. Wie geplant, fahren wir am Nachmittag in die Lage Offenberg, die Trauben bekommen wir in gewohnter Qualität, wie vom Gaisberg, in den Keller. Gold gelb, geschmacklich intensiv, würzig, wieder ohne Botrytis und mit 21° KMW. Es muss heute etwas länger gelesen werden, damit wir mit dem Offenberg fertig werden. Es ist 18:00 Uhr – geschafft! Beide Lagen werden gerebelt und in den Pressen für einige Stunden zum Fermentieren stehen gelassen.

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06. Oktober 2012

Heute reinigen wir intensiv das Presshaus und führen unsere üblichen Kontrollen der Gärtanks und Fässer durch.

Heute Abend werde ich mir eine kleine Pause gönnen und mit Magdalena nach Grafenegg fahren. Dort genießen wir ein Konzert von den Tonkünstlern im Auditorium des Schloss Grafenegg. Viele Freunde der Traditionsweingüter haben auch ihr Kommen angekündigt. Natürlich werden bei dieser Gelegenheit die Pausen genutzt, um über den Jahrgang und die Lese 2012 zu sprechen und bei einem Glas Wein Erfahrungen auszutauschen. Wir freuen uns auf einen wunderschönen Abend.

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05. Oktober 2012

Beide Mannschaften wieder zusammengefügt, geht es heute zum vorübergehenden Ende der Lese. Wir fahren in die Riede Stangl und lesen unseren Blauburgunder. Große Freude, das längere Warten auf die Pinot Trauben hat sich wirklich gelohnt. Wiederum kerngesunde Trauben, herrlich im Geschmack und sehr wichtig, die Beerenhaut ist in einem optimalen Zustand. Ein perfektes Timing. Für mich ist der Blauburgunder der große Rotwein der kühleren Weinbauregionen, sicherlich eine der schwierigsten Rotweinsorten, jedoch aber auch die spannendste. Mit ein Grund für viele Weißweinwinzer, diese Herausforderung anzunehmen. Die Trauben werden gerebelt und kommen in den Maischetank, der sie mit Tauchelementen vorsichtig untertaucht, sodass der Kontakt von Beere und Flüssigkeit immer vorhanden ist.

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Lese Pause:

Uns Winzern ist es aber auch nicht leicht zu recht zu machen 🙂 Für unsere Top Weine der Ersten Lagen will ich natürlich alle herbstlichen Sonnenstrahlen, kombiniert mit kühlen Nächten (für die Aroma-Ausprägung) einfangen, und diese Kombination unseren Grünen Veltlinern und Rieslingen mitzugeben.

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04. Oktober 2012

Auch heute wird die Lesemannschaft wieder in zwei Gruppen geteilt. Anton fährt in die Riede Stangl um dort mit seinem Team den Weißburgunder zu lesen. Adolf bringt sein Team in die Riede Hasel und kümmert sich um den Chardonnay.

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Die Weingärten sind in einem Top-Zustand, hochgelbe Trauben ohne jeglicher Botrytis, mit einer extrem hohen Reife. Unser Weißburgunder liegt bei Zuckergraden von 20° KMW und der Chardonnay bei 21° KMW. Das ist bei diesen beiden Sorten auch ein Muss. Der Weißburgunder kommt ins neue 2500lt Fass aus Manhartsberger Eiche, der Chardonnay in kleine, neue, französische Eichenfässer mit einem Volumen von 640lt.

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03. Oktober 2012

Es geht am Wechselberg mit dem Riesling weiter. Eine wahre Freude ist der Anblick der Trauben, eine Beere schöner als die andere. Frei von jeglicher Botrytis (Edelfäule), liegt der Zuckergehalt bei 19,5 KMW.

Die Trauben kommen sofort in die Presse und werden leicht angepresst. Der Most wird danach wieder auf die Beeren gegeben, so dass die Maische für ca. 5 Stunden fermentieren kann.

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02. Oktober 2012

Wunderbares Herbstwetter lädt förmlich zur Weinlese ein. Heute beginnen wir mit dem Grünen Veltliner Wechselberg. Am Wechselberg befindet sich auch unsere Versuchsanlage, auf dieser stehen die 40 interessantesten Grüner Veltliner Klone des Kamptals auf den verschiedensten Unterlagsreben. Bei der Lese dieses Weingarten muss exakt jedes Quartier (5 Rebstöcke) gelesen und gewogen werden. Es werden auch Beerenproben entnommen, und diese auf Beerengewicht und Qualität analysiert.

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Unser Projekt ist es, gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur und dem Regionalen Weinkomitee Kamptal, die hohe Qualität des Kamptaler Grünen Veltliners zu festigen, den typischen, kleinbeerigen mit intensivem Geschmack zu finden und zu vermehren. Diese Arbeit kontrolliert und unterstützt der Projektleiter Prof. Dr. Helmut Redl von der Universität für Bodenkultur mit seinen Söhnen.

Die geernteten Trauben kommen nach der Verwiegung natürlich zu unserem Grünen Veltliner Wechselberg.

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01. Oktober 2012

Oh Schreck! Um 05:00 Uhr morgens beginnt es leicht zu regnen, nach 20 Minuten war jedoch wieder vorbei. Alles, nur keinen Regen können wir brauchen, denn die Gefahr von Fäulnis kann bei hoher Luftfeuchtigkeit leicht auftreten. Um 07:00 Uhr fahren wir mit der gesamten Lesemannschaft aus, es ist trocken und ein wunderschöner Herbsttag beginnt. Heute machen wir, wie bei den Rieslingen, eine vorsichtige Vor-Auslese beim Grünen Veltliner. Unser Teamchef Anton liest mit seiner Mannschaft die Trauben in der Lage Offenberg, und Adolfs Team in der Lage Gaisberg. Es werden reife, goldgelbe Grüne Veltliner Trauben geerntet, die Besten bleiben für die „Erste Lage“ Weine Gaisberg und Offenberg hängen. Die geernteten Trauben werden ganztraubengepresst, der Most kommt zum Grünen Veltliner Strassertal.

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30. September 2012

Ein ruhiger Sonntag steht heute ins Haus. Am Morgen kontrolliere ich die Gärtanks. Bei den erstgelesenen Veltlinern wird der vorhandenen Restzucker gemessen, um festzustellen, ob die Gärung schon fertig ist, beziehungsweise ob diese im Ausklingen ist. Am späten Vormittag drehe ich noch eine Runde in den Weingärten um den Leseplan für die nächste Woche zu machen. Der Nachmittag gehört der Familie, nach einem längeren Mittagsschläfchen geht es mit der Familie und Hund zu Fuß über den Heiligenstein zum Heurigen, wo wir gemeinsam den wunderschönen Herbsttag ausklingen lassen.

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